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Vertragsmuster minijob

13 Aug Vertragsmuster minijob

Alles in allem kann man mit Fug und Recht sagen, dass sich der deutsche Arbeitsmarkt in den letzten 10 bis 15 Jahren erheblich verändert hat. Neue Arbeitsplätze in Dienstleistungsberufen haben zu einem deutlich höheren Beschäftigungsniveau im Vergleich zu früheren Phasen beigetragen, und viele dieser Arbeitsplätze sind in atypischen Formen von Verträgen. Eine große Trennlinie besteht zwischen regulären, dauerhaften Teilzeit- und randständigen Teilzeitarbeitsplätzen. Die sekundären Segmente des Arbeitsmarktes sind eindeutig durch sektorale und demografische Muster gekennzeichnet. Dieses Muster der Beschäftigungsdualität scheint im Laufe der Zeit an Bedeutung zu erhaben zu sein, da sich der Arbeitsmarkt ausdehnt, sektorale Verschiebungen auftreten, der Spielraum der Arbeitgeber zunimmt und die Arbeitsbedingungen auch auf Arbeitsbeziehungen/Organisation und Arbeitskräftenachfrage-/Angebotsmuster reagieren. Eine parallele Entwicklung kann auch mit Lohnungleichheiten gezeigt werden. Offensichtlich ist der Niedriglohnsektor in Deutschland ebenso gewachsen wie die Lohnstreuung insgesamt. Zwar haben atypische Verträge im Allgemeinen einen höheren Anteil an Geringverdienern als bei Standardbeschäftigungen, doch hat auch die Lohnunterschiede bei Vollzeitverträgen mit unbefristeten Vollzeitverträgen zugenommen. Hier macht die Abdeckung durch Tarifverträge einen großen Unterschied. Bei nicht standardmäßigen Verträgen haben sich mittel- und langfristige Veränderungen einer gewissen Deregulierung am Rande des Arbeitsmarktes ergeben. Diese Änderungen waren bedeutsamer als gesetzesmäßige Änderungen des Standardarbeitsvertrags, d. h. kündigungsschutz.

Erstens wurden in den letzten drei Jahrzehnten, beginnend Mitte der 80er Jahre, befristete Arbeitsverträge schrittweise liberalisiert, wobei nur wenige kleinere Schritte Teile des Deregulierungspfades umkehrten. Derzeit sind befristete Verträge ohne Angabe eines triftigen Grundes in Deutschland für bis zu zwei Jahre mit der Möglichkeit von bis zu drei Verlängerungen legal. Seit 2000/01 ist es jedoch nicht mehr möglich, einen befristeten Vertrag mit demselben Arbeitgeber zu haben, wenn es in der Vergangenheit bereits eine befristete Beschäftigung gegeben hätte. Darüber hinaus ist seit Mitte der 2000er Jahre eine befristete Beschäftigung ohne Angabe eines triftigen Grundes grundsätzlich uneingeschränkt bei der Einstellung älterer arbeitsloser Personen und in den ersten Jahren einer Unternehmensgründung. Befristete Verträge sind natürlich auch in Fällen eines triftigen Grundes machbar. Im öffentlichen Sektor wird die projektbezogene Finanzierung oft als Grund dafür angesehen, Arbeitnehmer nur vorübergehend zu beschäftigen; und im akademischen Sektor erlauben spezifische Rechtsvorschriften längere Befristungen bis zu 12 Jahren. Man muss jedoch feststellen, dass der Kündigungsschutz für festangestelltes Personal im öffentlichen Sektor noch strenger ist als im privaten. Es ist äußerst schwierig, Beamte und Öffentliche Bedienstete mit einer bestimmten Amtszeit zu entlassen. Dies erklärt auch die Zurückhaltung der öffentlichen Arbeitgeber, befristete Arbeitsplätze in unbefristete Arbeitsverhältnisse umzuwandeln. Daher ging der Gesamtbeschäftigungszuwachs mit einem Anstieg des Anteils an atypischen Verträgen und einem relativen Rückgang der Standardbeschäftigung nur dann einher, wenn man ihn als Anteil an der Gesamtbeschäftigung bemessen.

Dennoch ist die Standardbeschäftigung, definiert als unbefristete Vollzeitbeschäftigung, die prominenteste Art von Arbeitsverträgen in Deutschland, wie Abb. 3 deutlich zeigt. Für eine Rolle, in der eine Person nur für einen bestimmten Zeitraum benötigt wird, wird in Deutschland in der Regel ein befristeter Arbeitsvertrag angeboten.

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